Wissenswertes zu Jute und anderen Naturfasern

Jutegewebe

Jute wird seit Jahrhunderten traditionell für die Herstellung von  Verpackungsmaterialien wie Sackleinen, Seilen, Bindfäden, Teppichrücken, Tüchern usw. verwendet.

Dieser Markt an konventionellen Produkten war lange Zeit rückläufig; es  wurden daher in letzter Zeit neue Technologien entwickelt, um die Rationalisierung, die Produktivität und auch die Wertschöpfung in den Ursprungsländern zu verbessern.
Heute kann eine Vielzahl an aktuellen, innovativen, neuen Produkten aus Jute zu wettbewerbsfähigen Preisen angeboten werden.

Jutegewebe, Heimtextilien, Verbundwerkstoffe mit Jute,  Geotextilien, Papierhalbstoffe, technische Textilien, Composite-Materialien  mit Jutefasern, Kunsthandwerk-Materialien und Mode-Accessoires aus Jute sind heute im Vergleich zu ähnlichen Produkten aus Erdölderivaten -  aber auch gegenüber anderen Naturfasern - in jeder Beziehung konkurrenzfähig.

 

Geotextilien

Geotextilien sind aus besonderen  Fasersorten und mit speziellen Verarbeitungstechniken erzeugte Jute-oder Kokosgewebe und Vliesstoffe.

Geotextilien werden aus  umweltfreundlichen, abbaubaren und erneuerbaren  Jute- oder Kokos - Rohstoff gefertigt; sie zeichnen sich durch hohe Feuchtigkeitsaufnahme, Flexibilität und Drainage-Eigenschaften aus.

Geotextilien werden daher zunehmend für Erosionsschutz, Trennung, Filterung und Entwässerung im Hoch-und Tiefbau und in der Landwirtschaft eingesetzt.

Gewebe sind Geotextilien, die aus sich regelmäßig, in der Regel rechtwinklig, kreuzenden Garnen oder Fäden bestehen. Sie kommen zum Einsatz, wenn hohe Zugfestigkeiten gefordert sind. Bei statischer Belastung eignen sie sich auch als Filter.

 Vliesstoffe aus Jute entstehen durch Verfestigung flächenhaft aufeinander gelegter Fasern. Je nach Verfestigungsverfahren (vernadeln, verkleben oder verschmelzen) erhält das Geotextil unterschiedliche Dehnungseigenschaften. Vliesstoffe werden überwiegend zum Trennen und Filtern eingesetzt.

 Verbundstoffe sind flächenhaft verbundene Gewebe, Vliesstoffe und andere Materialien. Auf diesem Weg lassen sich Eigenschaften unterschiedlicher Geotextilien kombinieren.

 

Verwendung

Ausgangspunkt der Entwicklung von Geotextilien war Anfang der 1970er Jahre der Bau von Straßen auf Böden mit schlechter Tragfähigkeit und hohem Wassergehalt. Um die Stabilität des Untergrundes zu verbessern, wird in diesem Fall ein textiles Vlies aufgebracht und anschließend mit Schüttmaterial überdeckt. Auf diese Weise werden die Lebensdauer und die Belastbarkeit der Verkehrsfläche erhöht. Neben der Anwendung im Straßen- und Wegebau eignen sich Geotextilien aus Jute und Kokosfasern auch für Aufgaben im Bahnbau.

Neben der Verwendung im Verkehrswegebau kommen Geotextilien auch im Erd- und Wasserbau zum Einsatz. So dienen sie beispielsweise als Baustoff für die Sicherung von Dämmen und Deponien oder lassen sich im Bereich der Ingenieurbiologie verwenden.

Dort können mit Hilfe von natürlichen Geotextilien aus Jute, Schilf oder Kokos Bodenerosion und Hangrutschungen an Böschungen, Gräben und Gewässerufern vermieden werden. Weiterhin unterstützen Geotextilien Aufforstungen, den Ausbau von Wasserläufen sowie Renaturierungvon Braunkohle-Tagebauen und Deponien.

Geotextilien lassen sich auch zur Wanddränung von Gebäuden einsetzen

Die Oberfläche von Frischbetonkann mit Hilfe von Geotextilien nachbehandelt werden.

Weiterhin: Ableitung von aus dem Boden ausströmendem Methangas unter Gebäuden.

 

Besondere Eigenschaften

Die Geotextilien aus Jute oder Kokos bieten dem Pflanzenwuchs Vorteile, da sie vor Austrocknung und direkter Sonneneinstrahlung schützen. Sie können bis zum Fünffachen des eigenen Gewichts an Wasser absorbieren und gleichen Temperaturschwankungen aus.