Profiteure der Krise - Die Plastiklobby


Vorbei die Zeiten, in denen man schnell nach der kostenlosen Plastiktüte griff. Die eigene Einkaufstasche ist selbstverständlich, auch das Abwiegen von Obst und Gemüse in waschbaren Beuteln. Gut für die Meere, gut für die Erde, gut für viele Kleintiere

Dann kommt Corona.

Die Gunst der Stunde nutzt die Plastiklobby, um ihren Mythos vom keimfreien Plastik zu verbreiten.

Plastics Industry Association hat sich in einem Brief an das US Department of Health and Human Services and Food and Drug Administration gewandt:
Man möchte doch bitte öffentlich verkünden, dass Single Use Plastic “hygienische und sichere Vorteile” böten, zahlreiche Studien würden das belegen.


Auch bei der Europäischen Kommission wurde angeklopft in einem weiteren offenen Brief: Die EU-Kommission möge die Direktive verschieben, die Einwegverpackungen ab 2021 verbieten sollte.
Doch was sind das für Studien, die das sichere und angeblich keimfreie Plastik belegen?


Eine Studie, von 2012, die keine war, wird herangezogen.
Auch werden willkürliche Interpretationen vorgenommen bei Studien, die z.B. belegen, dass auf Mehrwegbeuteln Bakterien zu finden waren. Dies könnte man so lesen, dass man diese eben – wie auch Kleidung – öfter waschen sollte.


Interpretation der Plastiklobby: wir brauchen wieder mehr Einwegverpackung.
Interessant ist aber immer, was unter den Tisch fallen gelassen wird:
Studien sind zu dem Schluss gelangt, dass Covid-19-Viren eine deutlich längere Lebensspanne auf Plastik haben als auf anderen Materialien (wie zum Beispiel Kupfer oder Pappe). Auf Plastik kann sich das Virus vermutlich bis zu 3 Tage halten (andere Studien sprechen von 6-9 Tagen).


Wir sollten uns nicht beirren lassen, und den Trend zu wieder benutzbaren Verpackungen und Taschen weiter fördern.


Jute Suisse setzt sich ein für Mehrwegverpackungen aus Naturfasern. Einkaufstaschen aus Jute und JUCO (Mischgewebe aus Baumwolle und Jute) zum Beispiel, sind langlebige Produkte und vor allem nachhalte Werbemittel.